IVF und ICSI in Magdeburg
Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) befruchten wir Ihre Eizellen außerhalb des Körpers und übertragen die entstandenen Embryonen anschließend in die Gebärmutter. Der Unterschied liegt in der Art der Befruchtung: Bei der IVF finden Eizelle und Spermium im Labor selbst zueinander, bei der ICSI spritzen wir ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle.
Welches Verfahren für Sie infrage kommt, entscheidet sich nach der Diagnostik. Wir werten die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen aus und legen den Behandlungsplan zusammen fest.
Was IVF und ICSI unterscheidet
Beide Verfahren laufen bis zur Eizellentnahme gleich ab. Erst im Labor trennen sie sich:
- IVF: Wir bringen Eizellen und aufbereitete Spermien zusammen. Die Befruchtung geschieht von selbst.
- ICSI: Wir wählen ein einzelnes Spermium aus und injizieren es direkt in die Eizelle. Das Verfahren hilft, wenn die Spermienqualität eingeschränkt ist.
Der Ablauf Schritt für Schritt
1. Hormonelle Stimulation ab dem 2. bis 3. Zyklustag
Ziel ist, in beiden Eierstöcken mehrere Follikel reifen zu lassen. Damit beginnen wir am 2. bis 3. Zyklustag.
2. Kontrolle des Follikelwachstums
Nach 8 bis 10 Tagen sind im Regelfall 4 bis 5 Follikel pro Eierstock auf eine optimale Größe herangewachsen. Dann lösen wir den Eisprung aus.
3. Eizellentnahme und Befruchtung
Wir gewinnen die Eizellen und führen die Befruchtung durch, je nach Behandlungsplan als IVF oder als ICSI.
4. Embryotransfer zwischen Tag 2 und Tag 5
Aus den befruchteten Eizellen entwickeln sich im Normalfall Embryonen. Zwischen dem 2. und 5. Tag setzen wir sie in die Gebärmutterhöhle ein.
5. Schwangerschaftstest nach 14 Tagen
Vierzehn Tage nach dem Transfer führen wir morgens einen Schwangerschaftstest per Blutentnahme durch.
Zusätzliche Verfahren im Labor
Diese Verfahren setzen wir ein, wenn sie im Einzelfall sinnvoll sind. Wir besprechen jedes davon vorher mit Ihnen.
Blastozystenkultur
Bei ausreichender Anzahl und Qualität der befruchteten Eizellen empfehlen wir, die Embryonen bis zum Tag 5 nach der Punktion weiter zu kultivieren. Es lässt sich nicht exakt vorhersagen, wie viele Eizellen sich zu entwicklungsfähigen Embryonen entwickeln. In unserem Zentrum frieren wir nur die überzähligen Embryonen ein, die sich in Kultur zu einer Blastozyste weiterentwickelt haben.
PrimoVision: Beobachtung der Zellentwicklung
Mit einer Kamera-Mikroskop-Einheit beobachten wir die Entwicklung Ihrer Eizellen und Embryonen während der gesamten Kultur im Brutschrank. So erfassen wir alle Veränderungen der Zellen, etwa die Teilungsgeschwindigkeit. Diese Informationen erlauben eine bessere Einschätzung der Entwicklungsfähigkeit und führen zu einer verbesserten Schwangerschaftsrate.
Assisted Hatching
Ein Embryo trägt eine eigene Hülle, aus der er schlüpfen muss, bevor er sich einnisten kann. Manchmal ist das erschwert. Mit einem computergesteuerten Infrarotlaser ritzen wir die Hülle gefahrlos ein und erleichtern so das Schlüpfen. Wir führen das unmittelbar vor dem Transfer durch.
EmbryoGlue
Nach dem Transfer muss sich der Embryo innerhalb eines bestimmten Zeitfensters in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Dabei hilft EmbryoGlue, eine hyaluronsäurehaltige Flüssigkeit. Hyaluronsäure kommt in allen Geweben natürlich vor und wirkt in der Gebärmutterschleimhaut wie eine Brücke zwischen Embryo und Schleimhaut.
Kryokonservierung überzähliger Zellen
Weil wir bewusst mehrere Follikel heranreifen lassen, gewinnen und befruchten wir oft mehr Eizellen als benötigt. Die überzähligen Zellen müssen entweder verworfen werden oder lassen sich auf Ihren Wunsch einfrieren. Nach einer erfolglosen Behandlung oder bei Wunsch nach einem Geschwisterkind ist das nützlich: Ein erneuter Zyklus ist dann ohne hormonelle Stimulation und ohne Eizellentnahme möglich. Ein solcher Zyklus heißt Kryo-Zyklus.
Was IVF und ICSI kosten
Im Rahmen der Kassenregelung nach § 27a SGB V liegt Ihr Eigenanteil bei etwa 700 Euro für eine IVF und etwa 900 Euro für eine IVF mit Spermieninjektion, jeweils zuzüglich Medikamente von 500 bis 700 Euro. Das Land Sachsen-Anhalt bezuschusst den ersten bis dritten Behandlungszyklus mit bis zu 800 Euro (IVF) beziehungsweise 900 Euro (ICSI).
Alle Einzelheiten dazu, auch zu den Voraussetzungen und den Preisen der Zusatzleistungen, finden Sie auf der Seite Kosten der Kinderwunschbehandlung.
Häufige Fragen zu IVF und ICSI
Wie lange dauert ein Behandlungszyklus?
Von der Stimulation am 2. bis 3. Zyklustag bis zum Schwangerschaftstest vergehen rund vier Wochen. Die Stimulation dauert 8 bis 10 Tage, der Transfer folgt 2 bis 5 Tage nach der Eizellentnahme, der Test 14 Tage nach dem Transfer.
Wie viele Versuche zahlt die Kasse?
Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich nach § 27a SGB V mit 50 Prozent an drei Zyklen einer IVF oder ICSI, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Was passiert mit überzähligen befruchteten Eizellen?
Sie werden entweder verworfen oder auf Ihren Wunsch eingefroren. Eingefrorene Zellen geben Ihnen eine zusätzliche Chance ohne erneute Stimulation und Eizellentnahme.
Wann ist ICSI statt IVF sinnvoll?
Vor allem dann, wenn die Spermienqualität eingeschränkt ist. Die Entscheidung treffen wir nach der Spermaanalyse gemeinsam mit Ihnen.
Ihr nächster Schritt
Am Anfang steht ein Erstgespräch, in dem wir uns ein Bild machen und die Diagnostik planen. Vereinbaren Sie dafür einen Termin: Termin online buchen oder telefonisch unter 0391 66 24 89 0.
Kommt für Sie zunächst ein sanfteres Verfahren infrage? Lesen Sie mehr zur Insemination und zum Zyklustiming.
